Bäumchen aus Baumstamm

Die Gedichte auf dieser Seite sind oft entstanden aus dem inneren „Bewegen“ oder Angesprochen-Werden von einem Wort der Heiligen Schrift, viele sind für mich wie ein Gebet. Aber sie „entstammen“ (s. Bild) auch anderen Quellen.

Erbarmen

mich hineinknien
in das Erbarmen
zu den Menschen
mich von Dir weiten lassen
im Herzen
zum Anderen, zum Nächsten hin

mir von Dir
ein barmherziges Herz schenken lassen
darum bitten
immer neu

weil ich in der Tiefe
meines ganzen Lebens
darauf angewiesen bin
auf Dein Erbarmen

und weil Du immer neu Deine Hand
nach mir ausstreckst und sagst:
Ich will es! Sei rein!

5. Juli 2021 zu Markus 1,41

Verirrungen

nach außen
im Außen
mich spüren
erleben
sein

nach innen
im Innen
mich spüren
erleben
sein

Du rufst zu Dir
Deine Stimme erklingt
im Außen im Innen
im Wort, im göttlichen „logos“,
vom Uranfang her,
hörbar durch Gottes Heiligen Geist

ruft es ins Sein
großes Du
Erlöser
Retter
Christus

24. Mai 2021; Pfingstmontag

Hier und jetzt und so

an diesem Ort meiner Existenz
ist mein Auftrag
im Zentrum
und nicht nur an den Rändern des Tages
in Mitte und Müdigkeit
Gebet
Anbetung des Erlösers
Lobpreis des Schöpfers
24. Mai 2021; 14.47 Uhr

Du bist anders

Du passt in keinen Rahmen
deckst Dich nicht mit meinen Bildern
jede Schablone engt Dich nur ein

Du bist
größer
tiefer
weiter
anders

Anbetung sei Dir!
Halleluja!
Amen.

17. Mai 2021

Vergänglichkeit in Deiner Ewigkeit

an immer mehr Stellen
tickt die Uhr
meiner Vergänglichkeit
täglich nagt an mir
der Zahn dieser Zeit.

Du aber in mir
pulsierend in meinen Adern
durch Deinen heiligen Geist
unvergängliches Blut
aus Deiner der Ewigkeit

Schabbat um Schabbat
an jedem siebten Tag,
dem Tag Deiner Auferstehung
erinnerst du mich:

Gnade um Gnade
empfange ich
aus Deiner Fülle
Tag um Tag

bis in die Ewigkeit
wer das glaubt
in Ewigkeit
wird sie nicht sterben
sondern leben

Johannes 2,1ff; Johannes 11,25.26

Glut der Anbetung

Wenn sich der Sturm endlich gelegt hat
schauen wir in den Ruinen um uns
halten Ausschau
nach neuer Glut
unter alter Asche

wie Sehnsucht nach Dir
Gottesfurcht
Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten
Anbetung

fallen nieder auf unsere Knie
in der Ferne leuchtet
Dein Stern auf

30. Januar 2021, zu Matthäus 2,1-12; mitten aus der 2. Welle und Virus-Mutationen-Ausbrüche

Heimsuchung 2021

aus dem fruchtlosen
Mich-Informieren
wächst nichts als Angst und Enge
kann auch nichts wachsen
oder gedeihen
zur Gottesliebe hin

keine Pfade führen von der Sackgasse aus
mehr weiter
in die Anbetung
des kommenden Königs
der mitten unter uns wohnt
im Reich Gottes

hinter welchem Baum-Strauch
würde ich mich verstecken
wenn Deine Gnade nicht ausreichte
für meine Schuld
im Übermaß?

Auf dem Grund aller Dinge und Ängste
wartest Du auf mich
mit geöffneten Armen
voller Rettungsfreude

Lukas 8,4-15, spez.v.14; Lukas 15,20-24;
Genesis/ 1. Mose 3,10; Jona 4,6

Wüstentag

mir-Geschenk
aus Dir
konturlos noch
keine Wände
noch Wälle noch Türen
noch Uhrzeiger
Du ringsum

Stunde um Stunde
Der Geschmack von Freiheit
auf meiner Zunge
am Gaumen klebt
die Sehnsucht nach Dir

am Horizont
immer gegenwärtig
Wolken voll Leere
und Langeweile und Zweifel
– ziehen sie herauf?

Deine Zusage füllt die Atmosphäre:
„Ich bin mit dir und behüte dich,
wohin du auch gehst“,
wo immer du auch bist.

Genesis / 1. Mose 28,15: Siehe, ich bin mit dir und behüte dich, wohin du auch gehst.

Glücklicher Tausch

tausche US-amerikanische First Lady in Black
tausendfach vernetzt verlinkt geliked
kontaktiv und immer in Bewegung und Gespräch
an der Weltoberfläche kräftig mitmischend
im Gutes-Tun

gegen hochbetagte Schweizer Nonne im Kloster
schöpferisch fruchtbar aus Einsamkeit und Stille
im Rhythmus von Stundengebet und Schriftbetrachtung
in jahrzehntelanger Klausur
inmitten ihrer Mitschwestern

31. Januar 2021, nach dem Lesen der Biographie von Michelle Obama und im – dann wieder –Lesen im Gedichtbuch von Silja Walter zum Kirchenjahr

Der Meister ist da und ruft dich

Dein Ruf
mitten hinein
ins Haus der Trauer
mitten hinein
in alle Totenklagen
mitten hinein in mein Herz…
und sie stand eilends auf
und ging zu ihm

Heimlich ergeht Dein Ruf an mich
hinein kommst Du in
alte Hoffnungslosigkeiten
und rufst mich heraus
zu Dir
und ich komme

zu Johannes 11,19.28f
21. Juni 2021

Erfolgloses Mühen

leer
erfolglos haben wir uns eine Nacht um die Ohren geschlagen
nach bestem Wissen uns gemüht
für nichts und wieder nichts

am frühen Morgen kalt müde erschöpft
frustriert traurig und hungrig
allein und verloren

Du stehst am Ufer
plötzlich bist Du da
wir erkennen Dich nicht

Du gibst meinem Denken und Tun eine neue Wendung
Mein Leben wendest Du mit Deinem Wort:
Fang noch einmal an!
Fang’s noch einmal anders an!
Beginne von Neuem,
mit mir,
von mir beauftragt,
auf mein Geheiß
fang!

Welche Fülle!
Welch überraschender, überwältigender Fang
Welche Wendung meines Geschicks.

Alles hast Du schon vorbereitet
Du lädst uns ein zu Deinem Mahl.
Du nährst und sättigst
Auch unser Eigenes sollen wir beisteuern
Meine Gaben werden Dir „Zubrot“

Alles ist bereit!
Kommt, schmeckt und seht: Wie freundlich ist der Herr!

17. April 2021; aus der Stille zu Johannes 21,1-14

Oster-Morgen

Sehr früh am Morgen
hast du den Stein weggerollt
tödlicher Bequemlichkeit.

Sehr früh am Morgen
hast Du den Stein weggerollt
für den Anfang des Tages mit Dir.

Sehr früh am Morgen
rollst du mir den Stein weg vor dem
Felsengrab aus Zweifel und Sorge und Angst.

Sehr früh am Morgen
kommst Du dann selbst,
Auferstandener,
durch alle verschlossenen Türen hindurch
in mein Leben –
Friede ist!

Ostern, zu Markus 16,1-4; Johannes 20, 19

Heilung

Er voll Aussatz
Du voll Güte und Erbarmen
Er voll Sehnsucht
Du voll Heilkraft im Heiligen Geist

Er findet Dich
Du suchst ihn
Unendliche Freude
Sein Wille trifft Deinen

Ihr werdet euch eins
Wir feiern das Reich Gottes
Angekommen in unserer Mitte
Im Kyrios Jesus

14. Januar 2021 zu Lukas 5,12-16

Eingeschneit

Eingeschneit
Vermummt in Schneewände
Verschanzt hinterm Schneetreiben
Selbst die Spuren von Feldhase und Katzen
Zugeschneit
Blank die Wiese hinterm Haus

Eingeigelt in deine Worte
Am Kamin deiner Liebe
Behutsame Barmherzigkeit, Du,
wartest und wachst
bis ich komme
und mich lasse
zu dir hin
und in dich hinein

Entriegelst mein Herz der Winterzeit
Schmilzt du Schicht um eisige Schicht
Am Feuer deiner Liebe und Güte
Tag für Tag
Jahr um Jahr
Ehre sei Dir, Geliebter, Treuer,
Schöpfer und Herr meines Lebens

13. Januar 2021, aus der Stille und dem Erleben des Schnees

Du kommst

Du kommst
In alle Ängste
In alle Hoffnungslosigkeiten
In alles Dunkel

Du bist gegenwärtig
Licht der Welt
Hoffnung für uns Völker
Freude den Traurigen

Du bist hier
Heute an diesem Tag
Wie grau und trüb er sein mag WEITERLESEN

Sonntags

in meinen Fließtext hinein
schreibst du deine Atemzeichen
zum Luft holen
Kraft schöpfen
meine Lebensenergien sanft erneuern lassen von Dir

du Schöpfer aus dem Nichts
machst es mir vor:
schaffen und machen
vollenden und ruhen
segnen und heiligen

dessen, was werden durfte
aus deinen Händen
unter deinem offenen Himmel
auf unserer Erde

Du Atem Gottes, Du Schöpfer selbst,
bewahrst deinen langen Atem mit mir
in Ewigkeit
Amen.

26. Juli 2020 zu Genesis 2,2.4.7

 
 
 

a

In Corona-Zeiten

noch mal ganz neu
auf Dich konzentriert
werden
von Dir
reduziert
arm-selig
gemacht werden

entblößt aller Wichtigkeiten

zu Dir hin
auf Dich hin

nichts mehr als Du
ganz nackt
bleibt uns
im Letzten und Vorletzten
schon manchmal
nichts anderes
mehr

3. Juni 2020, aus der Stille

Mich von Dir ziehen lassen zu Dir

mich von Dir ziehen lassen:

auf Dich hin
zu Dir hin

das, was ich erlebe
denke oder glaube

mit meinen Empfindungen, meinen Gefühlen

mich locken lassen, rufen lassen
zu Dir hin

„Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“
(Jesus im Johannes-Evangelium, 12,32)

27. Mai 2020 im Zugehen auf Pfingsten

Gottesbegegnung

in der Stille schärfst Du, Gott, mein Ohr
im Nichts-Machen-Wollen, im Nichts-Erreichen-Wollen
begegnest Du mir,
Du redest
Du leitest lehrst
Du liebst
Du machst mich empfänglich
für das Wort Deiner Liebe

Maskenpflicht

Maskenpflicht
Scheuklappen
„Mit unverhülltem Angesicht widerspiegelnd die Herrlichkeit Jesu Christi“ ??

Nur mit gebührendem Abstand
1,50 mindestens
– Du kommst uns ganz nah…

Kontaktverbote
Keine großen Gruppen
Möglichst viel allein und drinnen
Um alle zu schützen
–Du hast dir nicht den Kontakt zu uns verbieten lassen
Hast uns aufgesucht, wo wir zuhause sind
In unserer Einsamkeit und Sehnsucht

Jesus, wir brauchen dich in unserer Zerrissenheit
Hilf uns leben
Gib uns Sicherheit und Geborgenheit in dir
Bei allem, was so lange verboten war
Was wir jetzt langsam wieder aufbauen dürfen

Wir alle aber, indem wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen wie in einem Spiegel, werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, nämlich vom Geist des Herrn. (Schlachter-Bibel, 2. Kor. 3,18)

7. Mai 2020