Die Gebets-Gedichte auf dieser Seite sind oft entstanden aus dem inneren „Bewegen“ oder Angesprochen-Werden von einem Wort der Heiligen Schrift, viele sind für mich wie ein Gebet.

Oster-Morgen

Sehr früh am Morgen
hast du den Stein weggerollt
tödlicher Bequemlichkeit.

Sehr früh am Morgen
hast Du den Stein weggerollt
für den Anfang des Tages mit Dir.

Sehr früh am Morgen
rollst du mir den Stein weg vor dem
Felsengrab aus Zweifel und Sorge und Angst.

Sehr früh am Morgen
kommst Du dann selbst,
Auferstandener,
durch alle verschlossenen Türen hindurch
in mein Leben –
Friede ist!

Ostern, zu Markus 16,1-4; Johannes 20, 19

Heilung

Er voll Aussatz
Du voll Güte und Erbarmen
Er voll Sehnsucht
Du voll Heilkraft im Heiligen Geist

Er findet Dich
Du suchst ihn
Unendliche Freude
Sein Wille trifft Deinen

Ihr werdet euch eins
Wir feiern das Reich Gottes
Angekommen in unserer Mitte
Im Kyrios Jesus

14. Januar 2021 zu Lukas 5,12-16

Eingeschneit

Eingeschneit
Vermummt in Schneewände
Verschanzt hinterm Schneetreiben
Selbst die Spuren von Feldhase und Katzen
Zugeschneit
Blank die Wiese hinterm Haus

Eingeigelt in deine Worte
Am Kamin deiner Liebe
Behutsame Barmherzigkeit, Du,
wartest und wachst
bis ich komme
und mich lasse
zu dir hin
und in dich hinein

Entriegelst mein Herz der Winterzeit
Schmilzt du Schicht um eisige Schicht
Am Feuer deiner Liebe und Güte
Tag für Tag
Jahr um Jahr
Ehre sei Dir, Geliebter, Treuer,
Schöpfer und Herr meines Lebens

13. Januar 2021, aus der Stille und dem Erleben des Schnees

Miniaturen der Menschwerdung – so habe ich meine Gedichte überschrieben, die um Weihnachten herum entstanden sind. Nicht „corona-frei“, aber mehr als Corona! Hier können Sie sie runterladen und lesen.

Du kommst

Du kommst
In alle Ängste
In alle Hoffnungslosigkeiten
In alles Dunkel

Du bist gegenwärtig
Licht der Welt
Hoffnung für uns Völker
Freude den Traurigen

Du bist hier
Heute an diesem Tag
Wie grau und trüb er sein mag WEITERLESEN

Gebets-Gedichte zum Matthäus-Evangelium

Wenn Sie mögen, hier ein kleiner „Appetizer“, aus der letzten Woche:

Unter deinem geöffneten Himmel

über Wüste und Leere
schwebt schon dein Geist
über den Wassern
am Jordan
steigt auf dich herab
in der Taube
– Reinigungsopfer der Armen –
in der Taufe
aus Wasser und Geist

Horcht! Stimme göttlicher Liebe!
Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe
eidesstattlich erklärt von oben

Manna – Brot vom Himmel –
für vierzig fastende Tage und Nächte
in Wüste und Leere

zu Matthäus 3,13-17 und Kapitel 4 und Lukas 2,21-24

Sonntags

in meinen Fließtext hinein
schreibst du deine Atemzeichen
zum Luft holen
Kraft schöpfen
meine Lebensenergien sanft erneuern lassen von Dir

du Schöpfer aus dem Nichts
machst es mir vor:
schaffen und machen
vollenden und ruhen
segnen und heiligen

dessen, was werden durfte
aus deinen Händen
unter deinem offenen Himmel
auf unserer Erde

Du Atem Gottes, Du Schöpfer selbst,
bewahrst deinen langen Atem mit mir
in Ewigkeit
Amen.

26. Juli 2020 zu Genesis 2,2.4.7

 
 
 

a

In Corona-Zeiten

noch mal ganz neu
auf Dich konzentriert
werden
von Dir
reduziert
arm-selig
gemacht werden

entblößt aller Wichtigkeiten

zu Dir hin
auf Dich hin

nichts mehr als Du
ganz nackt
bleibt uns
im Letzten und Vorletzten
schon manchmal
nichts anderes
mehr

3. Juni 2020, aus der Stille

Mich von Dir ziehen lassen zu Dir

mich von Dir ziehen lassen:

auf Dich hin
zu Dir hin

das, was ich erlebe
denke oder glaube

mit meinen Empfindungen, meinen Gefühlen

mich locken lassen, rufen lassen
zu Dir hin

„Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“
(Jesus im Johannes-Evangelium, 12,32)

27. Mai 2020 im Zugehen auf Pfingsten

Gottesbegegnung

in der Stille schärfst Du, Gott, mein Ohr
im Nichts-Machen-Wollen, im Nichts-Erreichen-Wollen
begegnest Du mir,
Du redest
Du leitest lehrst
Du liebst
Du machst mich empfänglich
für das Wort Deiner Liebe

Maskenpflicht

Maskenpflicht
Scheuklappen
„Mit unverhülltem Angesicht widerspiegelnd die Herrlichkeit Jesu Christi“ ??

Nur mit gebührendem Abstand
1,50 mindestens
– Du kommst uns ganz nah…

Kontaktverbote
Keine großen Gruppen
Möglichst viel allein und drinnen
Um alle zu schützen
–Du hast dir nicht den Kontakt zu uns verbieten lassen
Hast uns aufgesucht, wo wir zuhause sind
In unserer Einsamkeit und Sehnsucht

Jesus, wir brauchen dich in unserer Zerrissenheit
Hilf uns leben
Gib uns Sicherheit und Geborgenheit in dir
Bei allem, was so lange verboten war
Was wir jetzt langsam wieder aufbauen dürfen

Wir alle aber, indem wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen wie in einem Spiegel, werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, nämlich vom Geist des Herrn. (Schlachter-Bibel, 2. Kor. 3,18)

7. Mai 2020